04.06.2007 Südwestpresse

Kultur / Fünftes „Rock die Heide" Opan -Air im Himmelreich ein voller Erfolg

Riesenspaß trotz Regen und Matsch 

Blaubeuren
„Alone with the sun" lautete der doppelt ironische Titel eines Stückes der Blaubeurer Death-Matel Band „Havok":Es regnet in Strömen , das Himmelreichgelände war aufgeweicht und die Winterjacke kein Fehler. Doch von nasser Kleidung und Matsch liessen sich richtige Kerle den Spaß am „Rock die Heide" Open-Air auf dem Himmelreichgelände nicht verderben. Die weniger Harten schützten sich mit Regenschirmen , Gummistiefeln, Hüten, Mützen, Wachsmäntel, Wanderschuhen, Müllsäcken oder Regencapes. Ein ungewöhnliches Bild für ein Open-Air-Rockfestival im Juni. Der guten Stimmung und Festival-Atmosphäre tat der Regen kaum einen Abbruch, schließlich ist „Rock die Heide" dafür bekannt. Dennoch waren viele gekommen um das beeindruckende Line-up nicht zu verpassen.
„Innerhalb von zwei Wochen bekamen wir über 70 Bewerbungen von regionalen, aber auch Überegionalen Bands zugeschickt", sagt Svenja Frech aus Berghülen erfreut. Zusammen mit sieben Organisatoren des Vereins Rock die Heide e.V., der aus dem evangelischen Jugendwerk Blaubeuren hervorging, und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern, hielt sie sich seit Montag auf dem Gelände auf, um aufzubauen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.
Schon Anfang des Jahres 2007 begannen sie mit der Planung, fragten Bekannte Bands an und bearbeiteten Bewerbungen. „Uns ist es wichtig, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, um sowohl altbewährten Publikumsgaranten als auch neuen Hoffnungsträgern eine Chance zu geben", betont Frech. Sechzehn Bands hat das Team dieses Jahr auf die Bühne geholt, sechzehn Bands die auf ihre Gage verzichten, um freien Eintritt und eine Spende zugunsten sozial schwächer gestellter Kinder zu ermöglichen.
Das Bandaufgebot am Freitag konnte man durchaus unter die Überschrift eines weiteren Havok-Titels stellen: „Brain Massacer". Doublebassdrum, harte Gittarrenriffs und dröhnende Bässe brachten die Zuhörer zum Headbanging und die Trommelfelle zum Beben. Ob diese Musik zur Förderung der Kunst beiträgt, wie es in der Vereinsatzung steht, hängt vom Geschmack ab, das spielerische Können der Bands war jedoch gut.
Etwa die Gitarristen Thomas Botschek von de spontan eingesprungenen Heidenheimer Band „Insane Diary", sowie Markus Stix und Philipp Schlothauer von „Havok", deren Sänger Thomas Kneer in gellungener „Six Feet Under" Manier in allen Tonlagen brüllte und grunzte.
Am Freitag traten die Metal Bands „Slavery", „Hävy RoxX" und „Thrown Away", sowie die Punkrocker von „Unbrauchbar" und „Blendof" auf. Den Abschluss bildete „Eat the Wolf" aus Backnang, die die Zuhörer auf die Nachtruhe einstimmten. Dafür stand das vom Jugendhaus betreute Campinggelände zur Verfügung. „Bei Rock die Heide passt echt alles: Die Verpflegung ist Eins A, der Campingplatz und die Kulisse sind super", sagt Andreas Ockert von Insane Diary".
Am Samstag war die Musik etwas abwechslungsreicher. „Slightly Beside" aus Ulm bewegten sich zwischen Funk, Rock und Soul, die Krawattenträger von „Union Hills" hatten sich dem Indirock verschrieben und „Skulls n Bones" aus Stuttgart dem Roch`n`Roll. Auch Ska Fans kamen auf ihre Kosten: „Neuland" aus München sorgten mit Saxophon, Trompete und Keyboard-Orgel-Sound für Stimmung. Und auch „d´härdeschd Band em Emsdal" war vertreten : „Wiaschd" aus Bad Urach begeistern mit urschwäbischen Texten und Hardcore , „ For Heavens Sake" mit melodischem Emo-Geschrei und „Sepcys" mit New Metal. Höhepunkt war jedoch die Gothic-Alternativ-Rock-Band „End of Green". Melodisch, eingängig, rockig, tanzbar - und das ganze ohne Regen. 

 

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